Mit Chris und Co. auf Du und Du

Lüdinghausen. Ein mächtiger Schrecken fährt den Kindern des katholischen St.-Marien-Kindergarten für einen kurzen Moment in die Glieder. „Kappa“, ein Labrador, hat auf Anweisung der Hundeführerin Corinna van Löchtern
die Mädchen und Jungen lautstark aufhorchen lassen und ihnen ein „Anzeige-Bellen“ demonstriert. Schnell legt sich ihre innere Aufregung wieder, schließlich wissen sie, dass dies nur eine Kostprobe seines Könnens als Rettungshund war und nicht jedes Bellen aggressiv ist.

Zusammen mit neun Artgenossen der Rettungshundestaffel Warendorf war der Vierbeiner am Mittwoch zu Besuch im Marienkindergarten. Mit dabei war ein achtköpfiges „Menschen-Team“ der Staffel, das angereist war, um den 31
Vorschulk
indern die Aufgaben eines Rettungshundes zu erklären. Ebenfalls Sinn und Zweck des Besuchs war, den Kindern richtiges Verhalten gegenüber Hunden nahe zu bringen.

Die sechsjährige Lina zeigt sich dabei wenig ängstlich: „Darf ich den Chris einmal an der Leine über die Brücke führen“, fragt sie. Von einer Hundeführerin bekommt das Mädchen wichtige Verhaltenstipps, kurz darauf durchquert sie mit Chris die Außenanlage des Kindergartens.

Mit Leckerchen wurden die Hunde für ihren Einsatz belohnt.„Wichtig ist grundsätzlich, dass Kinder mit den Tieren in Kontakt treten“, so Kerstin Bröcker. In Kleingruppen kam es am Mittwoch dann zu den von den Kindern sehnsüchtig erwarteten Begegnungen – zum Beispiel mit Enea, dem neun Wochen alten Labrador, dem dreibeinigen Mischlingshund Chris, dem Labrador Cassy und der zwölfjährigen Baika. Mit den Mädchen und Jungen machten die Hunde Such-Übungen, Gelände-Erkundungen und Kunststückchen.

Aber auch Streichel-Einheiten wollten sich die Kinder nicht nehmen lassen. „Ängste zu haben ist zwar gesund, aber statt mit Angst sollten Kinder Hunden einfach mit Vorsicht begegnen. Je mehr sie über die Tiere wissen, umso besser können sie reagieren“, sagt Staffelmitglied Beate Hense über den richtigen Umgang mit Hunden.

„Uns war sehr wichtig, dass die Kinder lernen, wie sie fremden Hunden gegenüber aufzutreten haben. So sind unter den Vorschulkindern einige, die durchaus Angst haben, aber auch solche, die man vor Tatendrang bei einer Begegnung mit einem Hund bremsen muss“, erklärt Kindergartenleiterin Elke Beinecke.

Angeregt hatte den Besuch der Hundestaffel die Lüdinghauserin Ulrike Heinrich, deren Kind in den St.-Marien-Kindergarten geht und die selbst Mitglied der Staffel ist. Zur theoretischen Einführung stand eine kleine Hundekunde auf dem Programm, anschließend erfuhren die Vorschulkinder, welche Aufgaben Rettungshunde beispielsweise als Flächen-, Lawinen- oder Trümmerhunde zu bewältigen haben.

„Dadurch, dass wir den Kindern aufzeigen, dass unsere Hunde wichtige Dienste für Menschen leisten, können wir manchen Kindern bestehende Ängste etwas nehmen“, sagt Kerstin Bröcker. Entsprechende Erfahrungen sammelte die ausgebildete Lehrerin neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für die Rettungshundestaffel Warendorf durch eigene Schulbesuche in Begleitung eines Hundes im Rahmen des pädagogischen Programms „Keine Angst vor dem großen Hund“.

 

 

 

Quelle: www.westfaelische-nachrichten.de

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