Der ideale Rettungshund

Den idealen Rettungshund gibt es nicht. Trotzdem sollte man versuchen, dem Ideal möglichst nahe zu kommen. Viele Individuen sind für unsere Arbeit geeignet, trotzdem gibt es Rasse bei denen geeignete Hunde gehäuft auftreten. Ist man emotional nicht an eine Rasse gebunden und möchte einen Welpen für die Rettungshundearbeit erwerben, sollte man vorher verschiedene Rassen bei der Arbeit beobachten, die Eltern und den Züchter inkl. der Welpenaufzucht kritisch prüfen und einen Hund wählen, der möglichst nahe an das hier beschriebene Ideal herankommt.

Flächenarbeit

Die Sucharbeit stellt als Ganzes das eigentliche Aufgabengebiet der Rettungshunde dar. Alle anderen Sparten dienen ihrer Verbesserung.

Rettungshunde suchen vermißte lebende Menschen. Dabei streifen sie stöbernd ein Gebiet ab und melden einen dort gefundenen Menschen.

Diese Meldung des Fundes nennt man Anzeige. Sie muß getrennt gelehrt werden und stellt höchste Ansprüche an die Ausbildung. Im Gegensatz zu einer Prüfungssituation gibt es im Ernstfall keine Norm. Der vermißte Mensch kann jedes Alter haben, jeder Nationalität angehören, krank oder in seinem Allgemeinbefinden oder Verhalten verändert sein und sich an jedem erdenklichen Platz aufhalten.

Lernen

Wie bereits unter Definitionen besprochen, lernen Hunde kontextspezifisch. Das heißt, daß jede erdenkliche Situation mit dem Hund gesondert trainiert werden sollte („Aha, auch dieser Mensch gehört dazu und muß angezeigt werden !!“). Das ist natürlich nicht möglich. Da aber nach einer gewissen Anzahl an Variationen einer Übung eine VERALLGEMEINERUNG im Lernverhalten auftritt, kann ein entsprechen ausgebildeter Hund auch eine ihm fremde Situation als Anzeigesituation erkennen und wird den Fund melden.

Gerätearbeit

Die Gerätearbeit unterstützt die Koordinationsfähigkeit des Hundes. Sie fördert die Ausbildung der Führigkeit isoliert von der Suchtätigkeit.

Zu den klassischen Geräten gehören waagrechte und schräge Bretter und Leitern, Wippe, Tunnel, Sprünge und unterschiedliche unangenehme Untergründe.

Anfangs wird dem Hund grundsätzliches zum Umgang mit Geräten vermittelt. Er wird mit der Beweglichkeit der Geräte vertraut gemacht und muß lernen, die Geräte nicht ohne Aufforderung zu verlassen. I.d.R. benennt man die einzelnen Elemente namentlich, um später bei der Suche auch auf größere Distanz z.B. auf eine Aufstiegsmöglichkeit aufmerksam machen zu können.
Die vorgegebenen Bewegungsmöglichkeiten auf dem Gerät erleichtern die Vermittlung der Bedeutung der richtungsweisenden Hörzeichen wie z.B. "Rauf", "Runter" und "Kehrt".
Beim fortgeschrittenen Hund lassen sich die Schwierigkeiten der Realität durch Kombination der einzelnen Gerätelemente annähern.
In der weiteren Ausbildung lernt der Hund die Bewältigung des Gerätes nach Anweisung des Hundeführers aus der Distanz.

Zur Ausbildung in dieser Sparte ist uns der Clicker inzwischen fast unverzichtbar geworden. Bei Interesse kann sein Einsatz auf den entsprechenden Homepages nachgelesen werden :

www.yorki.de

www.clicker.de

Teamwork

Unter Teamwork fassen wir die zur Rettungshundearbeit gehörende zusätzliche Ausbildung des Hundes zusammen. In Einsatz und Übungsbetrieb ist die Arbeit mit einem ungehorsamen Hund nicht möglich.

Übungen wie Apportieren, Detachieren, aber auch weniger bedeutend erscheinende Voraussetzungen wie ruhiges Verhalten im Auto, akzeptable Leinenführigkeit und allgemeine Umwelterziehung ergänzen die Ausbildung des Rettungshundes.

Alltagsgehorsam

Dazu gehört das, was jeder Hund können sollte. Einfache Kommandos wie „Sitz“, „Platz“ und „Komm“, Leinenführigkeit und die Grunderziehung zu Stubenreinheit, und Autofahren.

Außerdem fassen wir hierunter auch die allgemeine Umweltsicherheit (Stadt, Menschenmengen, andere Hunde oder Tiere, ...) und Umwelterziehung (z.B. Neutralität gegenüber Joggern, Radfahrern, ...).

Klassische Unterordnung

Voraussetzung der Zulassung zur Rettungshundeprüfung ist eine bestandene Begleithundeprüfung. Die hier verlangten Übungen sollte der Hund im Laufe der Ausbildung sicher beherrschen.

Deutlich höhere Anforderungen stellt die Prüfung der Unterordnung als ein Element der Rettungshundeprüfungen nach Internationaler Prüfungsordnung (IPO).

Für die einsatzorientierte Rettungshundeausbildung haben beide Prüfungen wenig Bedeutung.

Gebrauchsgehorsam

Der Rettungshund muß zum Einsatz nicht in perfekter Manier bei Fuß gehen, er sollte aber den Hundeführer nicht durch Ziehen behindern.
Bei der Erstversorgung der gefundenen Person durch den Hundeführer muß der Rettungshund kein korrektes Platz zeigen, aber er darf sich von der Stelle der Ablage nicht entfernen.
Die Liste könnte endlos fortgeführt werden.

Der Gebrauchsgehorsam ist die, an den praktischen Ansprüchen im Ernstfall orientierte Form der Elemente der klassischen Unterordnung.

Anders als in einer Prüfung darf der Rettungshund keine fixe Folge von Kommandos erlernen. Es kann z.B. notwendig werden, ihn aus der Ablage abzurufen oder ein „Sitz“ zu verlangen.

Vielmehr muß er alle Übungen auch unter massiver Ablenkung und in jeder Umgebung sicher beherrschen.

 

Interesse? Hier noch einige Informationen als PDF Datei : Informationsmaterial

;